Die Indianische Schwitzhütte

Die Schwitzhütte bzw. das Schwitzhüttenritual war bei den Indianern Nord- und Mittelamerikas weit verbreitet und diente der Vorbereitung von Zeremonien, der Reinigung und physischen Gesunderhaltung, sowie zur Heilung von Krankheiten.

Die bei den Sioux Inipi-Zermonie genannte Schwitzhütte wurde nach der Überlieferung als Teil der Heiligen sieben Riten von der „Weißen Büffelfrau“ eingeführt. „Ini“ bedeutet Stein, Fels und „Pi“ Hütte, daher Inipi. Die Schwitzhütte war also Teil der Stammesmythen der Sioux.

Ähnliche Schwitzhütten sind auch bei den mittelamerikanischen Indianern nachweisbar – dort sind sie als Temazcal bekannt

Die Schwitzhütte bzw. das Schwitzhüttenritual war bei den Indianern Nord- und Mittelamerikas weit verbreitet und diente der Vorbereitung von Zeremonien, der Reinigung und physischen Gesunderhaltung, sowie zur Heilung von Krankheiten.

Die bei den Sioux Inipi-Zermonie genannte Schwitzhütte wurde nach der Überlieferung als Teil der Heiligen sieben Riten von der „Weißen Büffelfrau“ eingeführt. „Ini“ bedeutet Stein, Fels und „Pi“ Hütte, daher Inipi. Die Schwitzhütte war also Teil der Stammesmythen der Sioux.

Ähnliche Schwitzhütten sind auch bei den mittelamerikanischen Indianern nachweisbar – dort sind sie als Temazcal bekannt

Aufbau eines amerikanischen Inipi

Das Ritual

Schwitzhütte in Columbia, 1937

Oft umfasste das Ritual auch den Bau der Hütte und das bis 2 Stunden lange Anheizen der 15-20 cm messenden Steine. Es wurde ein Erdloch gegraben und mit Zweigen zugedeckt, später wurde aus Weidenästen und Decken eine Hütte gebaut. Bei manchen Völkern wurde das Schwitzritual auch in Lehmhütten durchgeführt.

Der Schamane, der sein Ritual bei einem Sachverständigen gelernt hatte, leitete das Schwitzhüttenritual.

Auf einem mehrschichtigen Holzstapel wurden große Steine erhitzt und während der Zeremonie mit Wasser übergossen. Am Eingang wachte ein Doorman, der Steine und Holz nachreichte.

Neben dem Eingang wurde ein „heiliger Hügel“ aus der ausgehobenen Erde aufgeschichtet.

Das Entzünden des Feuers wird von der Gruppe mit Trommeln, Gesang und Gebet begleitet.

Vor dem Betreten der Schwitzhütte werden dann die Kleider abgelegt und Schmuck und Opfergaben auf einen Altar gelegt.

Das Ritual in der Hütte beginnt mit der Einladung der Ahnen und Geister, deren unterstützende Energie zum Erfolg beiträgt. Dann folgen meistens vier Runden, jede Runde mit einem Thema, nach dem Lakota-Weg:

  1. Danken: Für alles, was mir widerfahren ist, was ich erlebt und gelernt habe.
  2. Bitten: Für mich und andere (vor allem um Energie, Ideen, Einsicht).
  3. Geben: Was ich verschenken möchte (Liebe, Wissen, Energie), aber auch was ich loslassen will (negative Gedanken, schlechte Gewohnheiten).
  4. Vision: In Stille für Eingebungen und Erkenntnisse offen sein.

Aufgüsse

In den verschiedenen Runden wird eine unterschiedliche Anzahl von Aufgüssen gemacht: in der ersten Runde vier, in der zweiten sieben, in der dritten zehn, und in der letzten Runde „unendlich“ viele Aufgüsse.

Schwitzen und Beten sollen eine äußere und innere Reinigung und die Wiedervereinigung mit dem Geist bewirken, damit der Mensch neu geboren wird. Die Schwitzhütte mit ihrer Kuppel gleicht nach der traditionellen Erklärung dem Bauch einer schwangeren Frau, die auf der Erde liegt. So kehren die Teilnehmer in den Bauch der Mutter und der Mutter Erde zurück und erleben durch die rituell aufgerufenen Energien eine Reinigung, Erneuerung und Neuschöpfung ihrer Lebensenergie.

Bei manchen Stämmen nur ein Gang!

Die Schwitzhütte soll weder während, noch zwischen den Runden verlassen werden (wird mit einer Schwangerschaft verglichen, die ja auch nicht einfach „verlassen“ werden könne). Einige Traditionen erlauben ein Verlassen zwischen den Runden.

Bei den Absarokee darf die Hütte nur in der zweiten Runde verlassen werden. Am Anfang der dritten Runde einer Lakota-Schwitzhütte reicht der Ritualleiter dann jedem Teilnehmer Trinkwasser. In „Medizin-Schwitzhütten“ ist es den Teilnehmern nicht erlaubt, sich hinzulegen. Dies kann durchaus eine große Überwindung kosten, denn es ist in den Schwitzhütten meistens extrem heiß.

Die Schwitzhüttenzeremonie wurde hauptsächlich durch Mitglieder des Stammes der Lakota, aber auch von anderen Traditionen nach Europa gebracht, wo sie seit den 1990er-Jahren zunehmend auf Interesse stößt. Die ersten Schwitzhütten in Europa fanden vermutlich 1982 und 1983 im Zuge der Schamanismus-Konferenzen in Tirol statt.

Um eine Schwitzhüttenzeremonie nach Lakota-Tradition leiten zu dürfen, bedarf es einer Autorisierung durch einen Lakota Indianer. Es ist allerdings bei manchen Indianern sehr umstritten, ob außerhalb Amerikas überhaupt Schwitzhütten gemacht werden sollten, und noch umstrittener, ob Weiße Schwitzhütten leiten sollten. Andererseits wird dies befürwortet, weil das Ritual allen offenstehen sollte. Des Weiteren lassen weltweite Schwitzbadtraditionen und zahlreiche archäologische Funde in Nordeuropa (insbesondere in Irland und Finnland) vermuten, dass auch in anderen Kulturkreisen Schwitzhüttenkonstruktionen zu rituellen Zwecken genutzt wurden.

In Europa hat sich – an der europäischen Saunatradition vorbei – eine verbreitete Schwitzhüttenkultur in esoterischen Kreisen entwickelt.

Quelle: Wikipedia u.a.

Unser zeitweiliger Gastmasseur Dietmar wurde vom Schamanen eines mexikanischen Stamms eingeführt und ist damit berechtigt, Schwitzhütten anzuleiten. Auf unserer Website sowie über unseren Newsletter erfahren Sie, wann er wieder im Garden Eden ist.

Im nächsten Teil unserer Geschichte der Sauna begeben wir uns ins Land der Banja: Nach Russland.

 

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