Die Finnische Sauna und ihre Geschichte

Die Sauna kommt nicht aus Finnland sondern aus Zentralasien, wo man Erdlöcher fand, die 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung genutzt wurden. Anfangs war die Sauna ein Erdloch, in dem heiße Steine zur Erhitzung genutzt wurden. Zugedeckt war das Loch mit Ästen, Fellen und Baumstämmen.

Zur Zeit der Wikinger lebten in Finnland die Finnen, Tavastianer, Karelier und Samen. Die Verbindung nach Schweden datiert man mit dem Jahr 1154 n. Chr., als König Erik IX nach Finnland kam. um die dort lebenden Völker zum Christentum zu bekehren.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem Finnland an der Seite Deutschlands war, schloss Finnland einen Separatfrieden mit der Sowjetunion.

Nun aber zur Geschichte der Sauna:

Nach Finnland kam die Sauna ca. 2000 Jahre vor unserer Zeit mit den Menschen der uralischen Sprachgruppe mit den Samen. Dass die Sauna als finnisches Kulturgut angesehen wird, kommt einfach daher, dass die Sauna in Finnland alle Anfeindungen durch Kirche und Staat überdauert hat, und es geschafft hat, zum finnischen Leben einfach dazu zu gehören.

Die Sauna in Finnland entwickelt sich seit dem 2. Weltkrieg anders als die westliche Sauna: Da die Sauna in Finnland seit Ewigkeiten einfach zum Leben dazugehört, hat sie sich anders als z.B. in Deutschland, Österreich oder der Schweiz entwickelt. Die einzige Regel, die in der finnischen Sauna gilt, ist, dass es keine Regel gibt.

Es gibt in Finnland jedoch ein paar Dinge, die fast überall gelten:

  • Männer und Frauen gehen meist getrennt in die Sauna.
  • Aufgüsse werden meist einfach nur mit Wasser, Terva oder Fichtennadeln gemacht.
  • Es wird beim Aufguss nicht mit dem Handtuch gewedelt.
  • Es gibt keine „Aufgiesser“, sondern es giesst der auf, der am nächsten zum Ofen sauniert, und Lust dazu hat…

Es existieren in Finnland verschiedene Arten von Sauna:

  1. Die Rauchsauna
  2. Das einzeln stehende Saunahaus im Grünen mit Holzofen oder elektrischer Heizung
  3. Die Sauna im Mehrfamilienhaus mit Elektroofen.

Das Saunaklima hat sich in den letzten 100 Jahren wie folgt entwickelt:

Es gab immer die Rauchsauna mit ca. 100 – 130 °C.

In der Steinzeit kam die Sauna mit einem Fußboden daher. Um eine solche Sauna zu bauen, brauchen Sie einen Fußboden aus Erde, drei Wände, eine hölzerne Tür und ein Sodendach mit einigen Baumstämmen. In der Sauna befand sich ein Ofen in der Ecke und eine hölzerne Bank, die aus einem Baumstamm gefertigt war.

Die Sauna der dritten Generation, eine Rauchsauna mit großen Öfen, entstand am Ende der Eisenzeit und sie blieb bis in die 1930er Jahre hinein beliebt. Rauchsaunen unterschieden sich von heutigen Saunen dadurch, dass sie Steinhaufen verwendeten, die über einem Feuer für sechs bis acht Stunden erhitzt wurden. Danach wurde der Rauch herausgelassen und die Steine spendeten stundenlang Hitze. Heutzutage lieben Saunafreunde die Rauchsauna.

Einzeln stehende Finnische Sauna mit Holzofen am Saari-Sorsua in Utajärvi

Die ersten Saunaöfen mit Schornstein wurden in Westfinnland genutzt und sie verbreiteten sich im 18. und 19. Jahrhundert schnell in den städtischen Saunen. Der fassförmige Metallblechofen trat erstmals im 20. Jahrhundert auf.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg trafen auch Gasöfen und elektrische Öfen ein, um auf eine holzsparende Weise die Sauna zu beheizen. Diese Erfindung bedeutete, dass Saunen in nur einer halben Stunde eingeheizt werden konnten. Solche Öfen der fünften Generation werden in vielen finnischen Ferienhäusern und Hinterhof-Saunen immer noch verwendet.

In den Städten gab es in den 20ern des 20. Jahrhunderts eine Entwicklung zum Heißfuftbad mit ca. 65 – 70°C und sehr feuchtem Klima mit bis zu 60 % Luftfeuchte.

In den 40er und 50er Jahren wurde meist mit 90 °C und trockenem Klima gebadet, jetzt mit 80 °C und feuchterem Klima mit ca. 25 % Luftfeuchte. Man muß aber immer dazu sagen, dass es immer Saunen gab, wo anders gebadet wurde.

Wichtig ist auch die Sitte, gemeinsam mit Anderen die Sauna zu benutzen. Es gibt immer in Finnland jemanden, mit dem man gemeinsam in die Sauna geht; meist sind das Freunde, Familie, Arbeitskollegen.

Da werden dann schon mal auf den Saunasteinen Würstchen gebraten, und Bier (kalt) getrunken.

Wesentlich für die finnische Sauna ist auch des Abschlagen mit den Birkenquasten: Man verspricht sich dadurch ein besseres Schwitzen und ein Durchfeuchten der Haut.

Makkaranpaistoa, das traditionelle Wurstbraten, © kalevalaspirit.de

Das Schwitzbad in Deutschland

Ins heutige Europa kam die Sauna im und nach dem zweiten Weltkrieg. Für die Olympischen Spiele im Jahr 1936 baten finnische Sportler um den Bau einer kleinen Sauna. Die Medien berichteten ausführlich über diese unbekannte Praxis.
Während des zweiten Weltkrieges lernten viele Soldaten an der Ostfront die Sauna kennen. Nach ihrer Rückkehr eröffneten einige Veteranen erste öffentliche Saunen in Deutschland. Auf diese Weise in Deutschland angekommen, verbreiteten sich die Schwitzbäder und erfreuten wachsender Beliebtheit.

Sauna heute

Heute holen sich immer mehr Menschen in der Sauna Erholung und Entspannung. Die intensive Wärme und körperlicher Reinigung steigert das Wohlgefühl und regt den Kreislauf an. Die Sauna ist mittlerweile ein wichtiger Bereich für Anbieter von Wellness-Angeboten geworden und darf in keinem Bad mehr fehlen.

Während die Finnen eigene Saunen für den Privatgebrauch bevorzugen, gingen deutsche Saunagänger in öffentliche Bäder. In den letzten Jahren zeichnet sich dabei jedoch eine Trendwende ab: Viele Menschen wünschen sich eine eigene kleine Sauna für zu Hause. Das Angebot ist gewachsen und kann (fast) jeden Wunsch erfüllen. Der neuste Trend sind dabei die Saunen zum selber Bauen. Sie überzeugen durch ihre einfache Funktion und einen geringeren Preis.

​Quellen: Wikipedia, http://saunaglossar.de/die-geschichte-der-sauna/;
Unesco erweitert Liste : Schwitzen fürs Kulturerbe

  • Von Sebastian Balzter, Reiner Burger und Till Fähnders
  • Aktualisiert am 18.12.2020 FAZ.net

Geschichte und Traditionen

und eigenes Sauna-Wissen (Herrant Vortisch; 2021)

Im nächsten Teil unserer Reihe „Die Geschichte der Sauna“ begeben wir uns ins Land der aufgehenden Sonne: Nach Japan.

 

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